Meistbesuchte Sehenswürdigkeiten der Türkei stammen von armenischen Architekten

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Dolmabahçe-Palast (l.) und der Beylerbeyi-Palast (r.)

Zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Türkei im Jahr 2018 zählt laut türkischen Medien auf Platz 1 der „Dolmabahce Palast“, Istanbuler Residenz und Sterbeort von Mustafa Kemal Atatürk, mit 998.000 Besuchern. Auf Platz 2, mit 126.000 Besuchern, schafft es der „Beylerbeyi Palast“, Residenz und Sterbeort von Sultan Abdülhamid II. welcher die Massaker an den Armeniern 1894–1896 (Hamidian-Massaker) mit bis zu 300.000 Toten veranlasste.

Sowohl der Dolmabahçe- als auch der Beylerbeyi-Palast wurden von der bedeutenden armenischen Architektenfamilie „Balyan“ erbaut. Sarkis Balyan (1835-1899) ist, zusammen mit seinem Vater Garabed Balyan, Architekt des Beylerbeyi-Palastes als auch des Çırağan-Palastes, welches heute ein luxuriöses 5-Sterne Hotel ist. Der Çırağan-Palast wurde seit 1805 drei­mal abgerissen und stets von der armenischen Balyan Familie neu erbaut.

Wegen lebensbedrohlicher Verfolgungen, der sogenannten „Hamidian-Massaker“, denen das gesamte Volk der Armenier ausgesetzt war und die damals schon genozidale Formen annahmen, musste Sarkis Balyan nach Europa fliehen und konnte erst 15 Jahre später wieder zurückkehren. Auch die bekannte „Ortaköy-Moschee“ wurde von der Balyan-Familie (von Nigoğayos Balyan, 1826-1858) im Jahre 1853 im Auftrag von Abdülmecid I. erbaut.

Die Bauwerke der armenischen Balyan-Familie prägten das Gesicht Istanbuls im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Bei Führungen durch die Paläste erfährt man als Besucher diese Information jedoch in der Regel leider nicht.

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