Armenischer Genozid-Kreuzstein beschädigt

Armenischer Kreuzstein im Leeraner Inselgarten

Armenischer Kreuzstein im Leeraner Inselgarten (Foto: Ingo Tonsor)

Bislang unbekannte Täter haben das armenische Denkmal im Leeraner Inselgarten geschändet. Nach vorliegenden Hinweisen hat sich die Tat am Samstag zwischen 10:00 Uhr und 20:00 Uhr ereignet.

Aus dem dort aufgestellten Kreuzstein, der an die Ermordung von mehr als einer Million Armenier während des Genozids im Ersten Weltkrieg erinnern soll, wurden Fragmente heraus gebrochen. Die Polizei bittet um sachdienliche Hinweise.

Bereits im Februar diesen Jahres wurden zwei Blumenkübel und eine Laterne des armenischen Kreuzsteins beschädigt. Ob die Tat politisch motiviert war, konnte damals nicht festgestellt werden.

Die Türkei und die Mehrheit der türkischen Bevölkerung leugnet bis heute, dass die Ermordung von 1,5 Millionen Armeniern und Hunderttausenden Aramäern/Assyrern und Pontosgriechen systematisch geplant und damit ein Völkermord war. In der internationalen Geschichtswissenschaft gibt es keinen Zweifel – es war ein Genozid. Der deutsche Bundestag erkannte die Massaker von 1915 am 2. Juni letzten Jahres mit einer entsprechenden Resolution, die mit einer überwältigenden Mehrheit fraktionsübergreifend verabschiedet wurde, offiziell als Völkermord an.

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