UETD wirbt mit nationalistischen Wolfsgruß für Türkei-Referendum

Die UETD Bremen postet ein Foto eines Türken, welcher für Erdogans Türkei-Referendum wirbt und den „Wolfsgruß“ der türkischen rechtsextremen „Grauen Wölfe“ zeigt.

Die umstrittenen Auftritte türkischer AKP-Politiker in Deutschland sorgen derzeit für eine aufgeheizte Stimmung. Der nächste Auftritt findet im Bremerhaven statt. Dort soll die AKP-Abgeordnete Sema Kirci auftreten. Veranstalter ist der türkische Verein „Union Europäisch-Türkischer Demokraten“ (UETD).

Obwohl formal unabhängig, gilt die UETD als Lobby-Organisation und verlängerter Arm der AKP-Regierungspartei des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.In der Vergangenheit war die UETD bereits mehrfach an Leugnungskampagnen beteiligt, die eine Verhinderung der Anerkennung des Völkermords an den Armeniern durch die Bundesregierung zum Ziel hatten. Auch hat sich der Verein bislang noch nicht von den Gewaltdrohungen gegen türkischstämmige Abgeordnete des Bundestages distanziert, die im Juni 2016 für die Armenien-Resolution gestimmt hatten, mit der die Vernichtung der Armeniern und anderer christlicher Minderheiten als „Völkermord“ anerkannt wurde.

Aktuell wirbt die Erdogan-nahe UETD besonders im Internet für das umstrittene Türkei-Referendum, mit dem ein Präsidialsystem eingeführt werden soll, welches Erdogan mehr Macht und Befugnisse erteilt. Kritiker befürchten eine Diktatur. Mit „Ja“ (Evet)-Flyern sowie über Jugend- und Studentengruppen wirbt die UETD bei den etwa 1,4 Millionen wahlberechtigen Türken in Deutschland für das Referendum.
Die UETD Bremen postete dazu auf Ihrer Facebook-Seite Fotos von Türken die den „Ja“-Werbeflyer hochhalten. Völlig ungeniert wird auch ein Foto beworben, auf dem der sogenannte „Wolfsgruß“ der nationalistischen türkischen „Graue Wölfe“ zu sehen ist. Diese türkische Gruppierung steht vom Verfassungsschutz unter Beobachtung und wird als extrem rechtsextremistisch sowie verfassungsfeindlich eingestuft.

Bereits vor einer Woche zeigte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu den „Wolfsgruß“ bei seiner umstrittenen Rede in Hamburg. Situationen wie diese, sowie Ereignisse der Vergangenheit, lassen immer wieder eine starke Nähe und Zusammenarbeit zwischen Erdogans AKP-Partei sowie der rechtsextremen türkischen „Grauen Wölfe“ erkennen.

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