Armenische Viertel in Istanbul angegriffen

Armenier, Türkei, PKK, Kurden

Türkische Ultra-Nationalisten rufen Parolen während eines Protests gegen den jüngsten Angriff der kurdischen PKK auf türkische Soldaten. (Foto: Reuters)

ISTANBUL – In der jüngsten Welle der Gewalt in der Türkei war die Situation in den armenischen Vierteln von Istanbul gestern Nacht sehr angespannt, als es zu Übergriffen seitens türkischer Nationalisten in den Stadtvierteln Şişli, Kurtuluş und Beşiktaş kam.

Berichten zufolge soll der Mob der Rechtsradikalen Parolen wie „wir müssen diese Bezirke in armenische und kurdische Friedhöfe umwandeln“ gerufen haben.

Die Gewalt soll eine Reaktion auf die jüngsten Auseinandersetzungen in der Türkei sein, die zwischen der türkischen Armee und der Polizei einerseits und der kurdischen Arbeiterpartei (PKK) andererseits im Osten und Südosten des Landes stattfinden.

Das armenische Patriarchat von Konstantinopel verurteilte in einer Erklärung die anhaltende Gewalt und die Terroranschläge in der Türkei und drängte alle Gruppen dazu auf, Äußerungen die auf die armenische Gemeinde in der Türkei abzielen zurückzuhalten.

Laut der Nachrichtenagentur Anadolu, sagte das Patriarchat, dass es für ein Ende der Gewalt bete, welche die Einheit und Integrität der Türkei und die Schaffung von langfristigem Frieden gefährde.

Das Patriarchat äußerte auch seine Besorgnis über die Angriffe auf die armenische Gemeinde seitens türkischer Medien.

„Die Äußerungen einiger Schriftsteller, welche auf unsere [armenische] Gemeinde abzielen und sie mit einer Terrorgruppe gleichstellen, sind zutiefst beleidigend für die armenischen Bürger, die sich immer diesem Land verbunden gefühlt haben und ein staatsbürgerliches Bewusstsein besitzen.“, so das Patriarchat.

In seiner Erklärung verurteilte es auch alle terroristischen Handlungen in dem Land und äußerte sein Beileid den Angehörigen und Familien der Opfer die in dem jüngsten Anstieg der Gewalt in der Türkei getötet wurden.

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