Enthüllung des ‚tiefen Staates‘ durch Aufklärung des Falles Dink

Der türkisch-armenische Journalist Hrant Dink im Jahre 2005, zwei vor seiner Ermordung. (Foto: Mustafa Ozer/AFP/Getty Images)

Der türkisch-armenische Journalist Hrant Dink im Jahre 2005, zwei Jahre vor seiner Ermordung. (Foto: Mustafa Ozer/AFP/Getty Images)

ISTANBUL. – Sechs Jahre nach dem Mord an dem armenisch-türkischen Journalisten Hrant Dink hat die Staatsanwaltschaft am Obersten Gericht der Türkei die Wiederaufnahme des Verfahrens gefordert.

Die Strafverfolger bezweifeln damit die These, dass der damals 17-jährige Ogün Samast, der für die Tat zu einer Haftstrafe von 22 Jahren verurteilt wurde, im Alleingang handelte, als er Dink am 19. Januar 2007 vor dem Redaktionsgebäude der Zeitung Agos in Istanbul erschoss. Die Staatsanwaltschaft spricht, so berichten türkische Medien, von einem ‚organisierten Verbrechen‘. Das hatten Dinks Familie und Anwälte immer vermutet. Die türkische Zeitung Today“s Zaman schrieb am Wochenende, eine Aufklärung des Falles Dink werde das Wirken des ‚tiefen Staates‘ für alle enthüllen. So werden in der Türkei Netzwerke extremer nationalistischer, säkularer Offiziere, Richter und Zivilisten umschrieben.

(SZ)
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