WikiLeaks: Türkische Archive wurden bezüglich des Genozids an den Armeniern gereinigt

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Das geheime WikiLeaks-Dokument „04ISTANBUL1074“ zum Völkermord an den Armeniern und den osmanischen Archiven der Türkei.

Ein türkischer Professor äußerte sich gegenüber dem U.S. Konsul General in Istanbul, dass es Bemühungen gab, die Osmanischen Archive bezüglich belastender Dokumente über den Genozid an den Armeniern zu „reinigen“.

In dem auf den 12. Juli 2004 datierten WikiLeaks-Dokument 04ISTANBUL1074 ist vorzufinden, dass Professor Halil Berktay von der Sabanci Universität Türkei, dem damaligen U.S. Generalkonsul in Istanbul David Arnett anvertraut hat, dass es zwei ernsthafte Versuche gab die türkischen Archive von belastenden Dokumenten zur armenischen Frage zu „reinigen“.

Die erste „Reinigung“, so Berktay, fand im Jahre 1918 statt. Vermutlich bevor die Alliierten Kräfte Istanbul einnahmen. Berktay und andere deuten darauf hin, dass wichtige Dokumente aus den türkischen Archiven gestohlen wurden. Berktay sagt aus, dass es einen zweiten Versuch in Verbindung mit Halil Turgut Özal’s Bestrebungen einer Öffnung der türkischen Archive gab. Özal war von 1989-1993 Staatspräsident der Türkei. Dieser zweite Versuch wurde nach Berktay von pensionierten türkischen Diplomaten und Offizieren vollzogen, angeführt von dem damaligen Botschafter Muharrem Nuri Birgi. Berktay sagt weiter aus, dass zu der Zeit, als er die Archive untersuchte, Nuri Birgi sich regelmäßig mit einem gemeinsamen Freund traf und bezüglich der Armenier reuevoll gestand:

Wir haben sie tatsächlich abgeschlachtet.

Tony Greenwood, der Direktor des „American Research Institute“ der Türkei sagte aus, dass sehr wohl bekannt war, dass in der selben Zeit als er in den Archiven arbeitete, eine Gruppe von pensionierten Militär Offizieren privilegierten Zugang zu den Archiven hatte und Monate damit verbrachte die Dokumente durchzugehen. Ein weiterer türkischer Wissenschaftler berichtet, dass der fortlaufende Katalogisierungs-Prozess dafür benutzt wird die türkischen Archive von belastenden Beweisen zu „reinigen“.

Historikerkommission und die türkischen Archive

Im Jahre 2005 schlug der türkische Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan erstmals öffentlich die Einrichtung einer bilateralen Historiker-Kommission vor. Das WikiLeaks-Dokument 04ISTANBUL1074, welches von einer „Reinigung“ der türkischen Archive von belastenden Dokumenten berichtet, ist auf den 12. Juli 2004 datiert, somit kurz vor dem ersten öffentlichen Vorschlag von Erdogan zur Bildung solch einer Kommission und der Untersuchung der nationalen Archive.

Zu den türkischen Archiven schrieb der türkische Journalist, politische Kommentator und Schriftsteller Mehmet Ali Birand, ob die Amtsträger der Türkei begrenzt auf oder zufrieden damit waren, nur türkische Archive für ihre Version der Geschichte zu benutzen, weil sie in diesen keine plausiblen Dokumente oder Beweise zum Völkermord an den Armeniern finden konnten. Beinahe zeitgleich mit dem Vorschlag der Türkei aus dem Jahre 2005 wurde kurze Zeit später jedoch die Historiker-Konferenz, die vom 25. bis 27. Mai 2005 in Istanbul stattfinden sollte, durch den türkischen Justizminister Cemil Cicek selbst unterbunden und die von der türkischen Regierungsmeinung abweichenden Positionen türkischer Wissenschaftler als „Dolchstoß in den Rücken der türkischen Nation“ diffamiert. Der Deutsche Bundestag betrachtete dies mit tiefer Sorge und schrieb in diesem Zusammenhang in einem Antrag der Fraktionen SPD, CDU/CSU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP:

Der Vorschlag von Ministerpräsident Erdogan, eine gemeinsame türkisch-armenische Historiker-Kommission einzurichten, kann nur dann Erfolg haben, wenn er auf der Basis eines freien und öffentlichen wissenschaftlichen Diskurses umgesetzt wird.

Jedoch wurde bereits am 9. Juli 2001 die „‪Turkish Armenian Reconciliation Commission‬, TARC“ (Übersetzt: Türkisch-armenische Versöhnungskommission) gegründet. Diese beauftragte das „International Center for Transitional Justice, ICTJ“ mit der Untersuchung der Anwendbarkeit der 1948 beschlossenen Genozidkonvention auf die Ereignisse von 1915. Am 4. Februar 2003 kam das ICTJ nach ausgiebigen Analysen zu dem Urteil, dass die Vernichtung der Armenier alle Straftatbestände der „Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes“ erfüllt.

Armenischen Archive offen, türkische Historiker haben bereits darin gearbeitet

Auf die immer wiederkehrenden türkischen Vorwürfe, Armenien solle seine Archive öffnen, antwortete der Chef des „Armenian Genocide Museum“, Hayk Demoyan, dass die Archive in Armenien für jedermann, auch für türkische Funktionäre, zugänglich sind. Auch der Direktor des armenischen Nationalarchivs, Dr. Amatuni Virabyan, informierte im April diesen Jahres erneut, dass die Dokumente die im Nationalarchiv Armeniens lagern nicht nur für Staatsbürger Armeniens, sondern auch für Ausländer zugänglich sind. Er fügte hinzu, dass das Archiv bis zum Jahre 2015 drei mehrsprachige Bände mit Dokumenten veröffentlichen werde. In einem seltenen Interview mit der türkischen Tageszeitung „Hürriyet Daily News“ lud der Direktor des armenischen Nationalarchivs Virabyan türkische Historiker ein, in den Archiven zu recherchieren und bot ihnen Hilfe in jeder Hinsicht an. Weiter berichtet der Direktor:

Die Dokumente im Nationalarchiv der Türkei sind alle in osmanischer Sprache. Unsere Dokumente in Armenien hingegen, sind auf armenisch, russisch, englisch, deutsch und französisch erhältlich. Dies macht die Sache für Forscher einfacher.

Virabyan fügte hinzu, dass 12,000 Dokumente des Archivs zudem auf digitale Medien transferiert wurden und hunderte dieser Dokumente bereits Online zugänglich sind. Kemal Çiçek, ein Experte der „Turkish Historical Society“ sagte, dass türkische Historiker und Forscher bereits in den armenischen Archiven arbeiten, diese jedoch nur wenig Informationen zum Jahr 1915 enthalten, da die Republik Armenien zum Zeitpunkt des Völkermords noch gar nicht existierte. Der Historiker Ara Safarian schlägt vor in dem wichtigen türkischen Militärarchiv, welches jedoch nur für wenige ausgewählte Historiker zugänglich ist, Forschungen zu betreiben. Entscheidende Dokumente befinden sich zudem im Archiv des Auswärtigen Amtes des Deutschen Reiches in Berlin.

Internationale Archive und Genozidforscher bestätigen einen Völkermord

Zahlreiche internationale Archive, unter anderem das Politische Archiv des Auswärtigen Amtes in Berlin, die amerikanischen Nationalarchive, die Library of Congress der USA, sowie Archive in Frankreich, Dänemark, Schweden, Russland und Großbritannien belegen dokumentiert den Völkermord an den Armeniern. Der Völkermord an den Armeniern wird von der „Internationalen Vereinigung von Völkermordforschern“ (IAGS), dem „Permanenten Völkertribunal“ sowie von der überwiegenden Mehrheit der internationalen Geschichtswissenschaft als erwiesen angesehen und ist neben dem Holocaust der am meist untersuchte Genozid weltweit. Am 9. Juni 2000 veröffentlichte die New York Times einen Artikel, in dem 126 internationale Genozidforscher bestätigten, dass es sich bei dem Völkermord an den Armeniern um eine unbestreitbare Tatsache handelt und forderten westliche Demokratien dazu auf, dies offiziell anzuerkennen.

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24 Gedanken zu “WikiLeaks: Türkische Archive wurden bezüglich des Genozids an den Armeniern gereinigt

  1. super fortschritt: die armenier haben ihre archive geöffnet….welch erfreuliche nachricht!!!!und wo befinden sich nun die unverfälschten dokumente????

  2. also haypress ungalublich ! eure beiträge bekommen den publitzer preis !!! für überragende leistungen in der sparte komödie ! lächerlich immer nur unterstellungen und irgend ein gerücht als nachricht zu vermarkten. mein kommentar wird bestimmt als VOLKSVERHETZEND ??? oder BELEIDIGEND ??? gewertet. immer wenn jemand anderst denkt.

    […]

    Gekürzt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Gerne können Sie sich mit sachlichen Argumenten an der Diskussion beteiligen. Danke, die Redaktion

    • @wolfgang buhmüller: Ist das ihr ernst?! Für jedermann bestätigen die „türkischen“ Kommentare zu allen Artikeln hier auf Haypress eigentlich nur das was doch überall gesagt wird. Der obige Artikel basiert auf einem Wikileaks-Dokument (der hier ebenfalls verlinkt und somit im originalen ersichtlich ist), auf einem Dokument des Deutschen Bundestages (den man ebenfalls im Internet findet wenn man sucht), auf einen TÜRKISCHEN Hürriyet Artikel und auf einen ebenfalls verlinkten Faz-Artikel. Was erzählen sie da von Unterstellungen und Gerüchten?!?! Sowas absurdes…

      Das einzige was hier einer Kömodie gleicht sind die türkischen Kommentare wie ihre die hier seit Wochen unter so gut wie jedem Artikel zu diesem Thema zu finden sind. Für mich ist das nichts weiter als ein Zeichen der Hilflosigkeit. Die Türkei/Türken wissen wohl einfach nicht wie sie mit konstruktiven starken Argumenten umgehen sollen. Also fängt man an ausfallend zu werden – Nichts neues!. Wie der türkische Journalist Mehmet Ali Birand schon gesagt hat: „Die Gegendarstellung der Türkei kam zum einen zu spät und ist zudem zu schwach“.

      Ich finde die Artikel hier auf Haypress super informativ und sie präsentieren erstmals die Tatsache, dass auch etliche Türken, bislang hauptsächlich Intellektuelle, für eine Anerkennung beziehungsweise einen anderen Umgang mit dem Völkermord sind. Sonst hieß es immer „Armenier behaupten es war Völkermord“ etc.… Doch nun sieht man „Auch Türken sagen es war Völkermord“.

      Weiter so!!!

    • Sorry Linda,
      es gibt Historiker, wie B.Lewis die die Geschehnisse nicht als ein Völkermord betrachten.Ein Völkermord wurde zum Bespiel von den Deutschen an den Hereos im heutigen Namibia und and den Juden im 2.Weltkrieg verübt.Also mit dem Vorsatz ein ganzes Volk auszulöschen.Ich glaube nicht das daß der Fall war 1915 in der Türkei. Hier geht es doch hauptsächlich um eine Deportation.Der Grund war die Kollaboration mit dem Feind und das morden hinter den türkischen Linien Ganz entscheidend durch die Tasnak-Milizen und Armeniern unter französischem oder russischem Befehl.Ziel war eine Ethnische Säuberung Eine von Türken und Kurden „gesäubertes“ Land ähnlich wie in Bosnien durch die Serben und Kroaten jüngst verübt.Die Deportationen wurden nicht ohne Grund durchgeführt Das die Massnahmen schlecht organisiert und insgesamt Brutal mit vielen vielen Toten endete bestreitet niemand.Die Amenier Geschehnisse müssen im Kontext betrachtet werden. Dazu müssen Sie die Geschichte ab 1071 studieren und alles im Kontext betrachten.

    • Verbrechen ist Verbrechen. Verbrechen zu relativieren ist auch ein Verbrechen an den unschuldigen Opfern! Gotts ei Dank haben wir Deutschen das begriffen!
      Nach wie vor empfehle ich den Bericht von Lepsius, jetzt als Neuauflage im Gerhard Hess Verlag erschienen.
      Johannes Lepsius, „Die Lage des armenischen Volkes in der Türkei 1916“.

  3. Ich muss schon sagen, dass die momentane Entwicklung doch sehr erfreulich ist. Die letzten Artikel stammen allesamt von Türken (und somit nicht-Armeniern) die sich entweder für die Anerkennung des Völkermords aussprechen oder zumindest das derzeitige türkische Verhalten in dieser Sache kritisieren.

    @ Levent: Auf der folgenden Seite http://www.armenocide.de finden sich zahlreiche Dokumente aus privaten und staatlichen Archiven. Ebenso eine Liste der manipulierten sowie UNmanipulierten Lepsius-Dokumente die ja immer wieder gerne als ein vermeintliches Hauptargument von den meisten Türken genannt wird. „Die Türken“ müssen nur endlich mal anfangen zu lesen, doch es macht den Eindruck, dass man viel lieber einfach längst widerlegte Behauptungen einfach ständig wiederholt.

    Schade, dass die Zivilbevölkerung der Türkei (darunter zähle ich auch die in Deutschland lebenden Türken, da diese sich sehr stark mit der Türkei verbunden fühlen und der Großteil ihres „Wissens“ in dieser Thematik von Quellen aus der Türkei stammt) noch nicht so weit ist wie seine gebildete und informierte türkische Elite.

  4. Erlauben sie mir eine frage.
    Was für eine Rolle spielten die Deutschen bei diesem Drama?.

  5. @Andreas und Linda

    Bitte nennen Sie mir einen einzigen armenischen Massengrab in TR. Bitte mit genauer Ortsangabe und Quelle. Thanx!!!

    • Für mich wird es immer klarer… Ein weiteres großes Problem in dieser Thematik ist eindeutig die fehlende Bildung bei den türkischen Mitbürgern die sich hier äußern!

      Das sie recht wenig Anstand und ein sehr niedriges primitives Niveau besitzen, zeigt schon alleine ihr Name und gleichzeitig die Beleidigung „ErmeniSiken“. So Menschen wie sie sind es nicht Wert das man mit ihnen diskutiert, entschuldigen sie aber das ist eine Tatsache.

      Im übrigen ist ihre Frage zu den Massengräbern in der Türkei ein weiterer Beweis für ihren niedrigen Bildungsstand. Denn wenn sie belesen wären, dann wären ihnen in den Sinn gekommen das es in der Türkei keine offensichtlichen Massengräber geben kann wenn die Armenier in die mesopotamische Wüste zum verhungern und abschlachten geschickt worden sind! Man man man…

    • ich komme nicht nur aus der türkei, nein ich bin sogar ein patriotischer türke :-)
      zu einigen punkte habe ich eine differenzierte meinung… was nicht gleichbedeutend ist mit der anerkennung eines genozid vorwurfs oder mit dem abstreiten gleichens.
      jedoch zum umgang miteinander muss ich sagen… ich bin erschrocken und traurig.
      Trotz mancherlei differenzen in der vergangenheit sollten wir nach vorne schauen und uns nicht gegenseitig beleidigen.
      @ ErmeniSiken : wie soll man dich ernstnehmen und mit dir auf augenhöhe diskutieren wenn du dich nicht einmal auf das minimum einer sachlichen diskussion begibst? ich bin sprach los…

  6. Man muss unbedingt den Bericht über die Lage des armenischen Volkes in der Türkei 1916 von Johannes Lepisus (Neuauflage im Gerhard Hess Verlag 2011) gelesen haben, um sich ein Bild dieser Massaker zu verschaffen. Deutschland hat sich entschuldigt, dass man diesen Bericht den damaligen Reichstagsabgeordneten veweigert hat. Das reicht aber nicht. Dieses Thema eines ungeheuerlichen Verbrechens muss ständig gegenwärtig sein.

    • Das komische aber ist doch, dass bis in die 70 erwartet wurde.Ab den 70er Jahre kommen auf einmal die Geschehnisse in die Gedächtnisse zurück. Warum nicht in den 20ern wo doch noch viele Zeitzeugen lebten?Warum hat man die Türkei in seiner schwächsten Zeit in den 20ern und 30ern nicht dazu gedrängt?Weil es auch andere Berichte gab.Weil die Christen sich nicht mit Ruhm bekleckert haben in der Türkei.

    • @ Türkoglu: 1. Der „Vertrag von Sèvres“ vom 10. August 1920 sollte ihnen eigentlich ein Begriff sein. Unter anderem sollten laut diesem Vertrag (einst von Armeniern bewohnte) Gebiete an Armenier abgetreten werden (der Teil was heute zum Osten der Türkei zählt). Die harten Bedingungen für diesen Vertrags von Sèvres hatten mehrere Gründe. Dazu wurden ausdrücklich die Massaker an den Armeniern gezählt. Wie sie sehen, gab es die Bestrebungen der „Wiedergutmachung“ des Völkermords entgegen ihrer Behauptung bereits kurze Zeit nach den ganzen Geschehnissen! Der Vertrag wurde sogar durch Bevollmächtigte des osmanischen Sultans Mehmed VI. unterzeichnet. Die Ratifizierung des Vertrags durch das Osmanische Parlament erfolgte aber nie, weil der Sultan das Parlament auflöste. Der Vertrag wurde zudem von der Nationalbewegung unter Mustafa Kemal Atatürk im Rest der Türkei abgelehnt. Infolge des Türkischen Befreiungskrieges wurde der Vertrag von Sèvres im „Vertrag von Lausanne“ (in dem dann von Armeniern nicht mehr die Rede war) zugunsten der Türkei revidiert. – das zu ihrer frage warum nicht schon in den 20er Jahren

      2. Für die armenischen Bestrebungen um eine Anerkennung der Ereignisse von 1915–1917 als Völkermord war die Tatsache besonders erschwerend, dass das armenische Volk lange Zeit über keinen eigenen Staat als Plattform für den Kampf um Anerkennung verfügte. In der Sowjetunion, deren Bestandteil Armenien bis zur Auflösung der UdSSR 1991 war, galten die Ereignisse von 1915–1917 als striktes Tabu! Erst in der so genannten „Tauwetter-Periode“ nach dem Tod Josef Stalins konnten diese erstmals öffentlich thematisiert werden. Als Folge davon konnte sich eine von der Sowjetführung tolerierte Memorialarchitektur entfalten, deren sichtbare Zeugnisse die in den 1960er und 1970er Jahren errichteten Gedenkstätten in Jerewan, Sardarapat und einigen anderen Orten sind. Während der Periode des Kalten Krieges gab es für die Armenier keine politischen Möglichkeiten, ihrem Anliegen bei der internationalen Staatengemeinschaft Gehör zu verschaffen. Erst mit der Entstehung eines unabhängigen armenischen Staates (1991) und dessen Aufnahme in internationale Gremien bot sich den Armeniern nun erstmals die Möglichkeit, die Anerkennung der Ereignisse von 1915–1917 als Völkermord auch mit politisch-diplomatischen Mitteln Nachdruck zu verschaffen – und das zu ihrer Frage warum erst ab den 70er Jahren

      Wie sie sehen ist daran überhaupt nichts „komisches“ es liegt auch nicht an irgendwelchen angeblichen „Gegenberichten“, wie es die türkische Seite immer gerne (auch als ein vermeintliches „Gegenargument“) behauptet, sondern es ist alles sehr nachvollziehbar wenn man nur mal endlich anfangen würde sich ernsthafter mit der Thematik zu beschäftigen.

  7. Hallo zusammen.
    Lest bitte alle mal das Buch „Ein Traum aus Stein und Federn“
    In diesem Buch wird viel über das Zusammenleben von Türken und Griechen , Muslimen ,Christen und Juden erzählt.Ein sehr schönes und ausgewogenes Buch.Ich weiß dass man tausenden Armeniern böses angetan hat. Die Geschichte hat aber auch hundert tausenden Türken schlimmes angetan.Man kann unrecht nicht mit unrecht ausgleichen.Wenn aber den Armeniern gedacht werden soll. Dann bitte auch den Millionen Türken die in den Kriegen 1877, 1898,1911,1912,1914-1918 und 1919 bis 1923 Ihr Leben,Ihre Heimat,Ihre Ehre und alles verloren haben. Hier handelt es sich um Morde an Zivilisten ausgeübt von Serben,Griechen, Bulgaren,Russen usw im Rahmen der sogenannten Befreiungskriege die heute in diesen Ländern gefeiert werden.Aber niemand gedenkt der Opfer.Kinder die gekreuzigt und aufgeschlitzt wurden,Frauen die Vergewaltigt und ermordet wurden.Männer die in der Armee kämpfen und sterben mussten.Also liebe chhristlichen Mitmenschen.Viele Greuel wurden auch von Ihren Glaubensbrüdern und Schwestern ausgeübt.Liebe Muslime.Anbetracht dieser Bestialität wurden auch Muslime zu Bestien und haben hundert tausende Armenier auf dem Gewissen.Ausgeübt vor allem von Kurden die aus Rache gehandelt haben. Ich erinnere nur an die Hamidiye Milizen.

  8. @Linda
    Jeder der den „holocaust“ an den Armeniern nicht akzeptiert ist also nur ein dummer. ungebildeter Türke?! Clevere Einstellung um die eigene Meinung zu untermauern. Aber die Frage, an der jeder Genozidgläubige nicht vorbeikommt ist, warum dann deportieren, warum nicht „eine Kugel für jeden Armenier“ (sorry für den zynismus) in dem Gebiet der Türkei? Man hätte es so leicht haben können (aus Türkischer Sicht). Ihre Äußerung beweist nichts anderes als populistischen Nationalismus im Sinne der Armenier. Die Archive auf Türkischer Seite sind geöffnet, eine Aufarbeitung gewünscht (von Türkischer Seite) Warum fällt es Armenien dann so schwer einer Komission zuzustimmen? Ich denke das Ergebniss einer solchen Untersuchung flösst einer menge Armenier Angst ein. Einen anderen Grund, außer dem üblichen „iwir habens gesagt, es gibt nichts mehr zu untersuchen“ fällt mir nicht ein. Erhellen Sie uns in Ihrer (scheinbar) allwissenden Weisheit.

    Ein verägerter Türke (kein Feind der Armenier!!!)

    • Das habe ich so nicht gesagt und auch nicht gemeint… Aber ich bitte sie! Jetzt mal ganz ehrlich… Wenn ein Türke behauptet sich mit seiner eigenen Geschichte auszukennen, im gleichen Satz aber nach Massengräbern von Armeniern in der Türkei mit genauer Ortsangabe fragt… was soll man davon halten??? Und wissen sie was, das ist kein Einzelfall!! Schauen Sie sich mal um auf den Nachrichten-Seiten (zeit.de, welt.de. faz.de, etc.) die über dieses Thema schreiben, schauen sie sich mal die Kommentare der türkischen Seite an. Die haben alle das selbe Muster (wie auch hier) mit den selben 2-3 immer wieder auftauchenden teilweise unsachlichen und schwachen „Argumenten“.

  9. @ Türkoglu: Die Historiker die die türkische Seite immer wieder aufzählt, die behaupten es war kein Völkermord, kann man an einer Hand abzählen. Doch wie kommt es, das so gut wie alle nicht-türkischen Quellen davon berichten das die Mehrheit der Historiker sagt, das es ein Völkermord war? Viele Türken behaupten, und ich behaupte einfach mal das sie nun das selbe tun werden, das die Mehrheit angeblich genau das Gegenteil sagt ohne diese Aussage aber zu belegen.

    Belegt ist jedoch im Gegensatz, das alleine die 126(!!!) nicht-armenische Historiker die in einer gemeinsamen Erklärung im Jahre 2000 in der New York Times (http://goo.gl/JH7kW), die Ereignisse als Genozid klassifiziert haben und diese 126 überwiegen bei weitem die Historiker die das Gegenteil behaupten (von denen zudem einige nachweisbar im Auftrag der Türkei arbeiten). Sogar die Anzahl der türkischen Historiker (u.a. Halil Berktay, Taner Akçam, Murat Belge, Ahmet Insel, Bulent Peker, Salim Deringil, Ercin Kursat Ahler, Fatma Muge Gocek, Engin Akarli, Dilek Kurban, Yunus Tuncel, Ugur Ümit Üngör), die sagen es war Völkermord, überwiegt die Anzahl der internationalen Historiker die die „Leugner-Seite“ ständig aufzählt als vermeintliches Argument! Ich frage mich warum sie diese Tatsache in keinster Weise zum Nachdenken bringt.

  10. @linda
    verschliesst weiter eure augen. ich sage nur brackendorf und liman von sanders! lesen sie nach und dann entschuldigen sie sich gaaaanz schnell bei den türken und armeniern !!!! diese völker lebten 1000 jahre zusammen. die türken beschützten die armenier vor kaiser konstantin der die armenier verfolgte weil sie ein anderes patriarch hatten. warum haben diese völker sich plötzlich bekämmpft? lesen sie nach und entschuldigen sie sich gaaanz laut!…..ja ja die ahnungslosigkeit…

  11. ach ja bevor ich es doch glatt vergesse!!! der schlimmste von ihnen heisst : Friedrich Bronsart von Schellendorf. einfach ins wikipedia mal eingeben und sich überraschen lassen. deutschland kann stolz sein auf ihre adeligen !!! liebe redaktion traut euch mal was und berichtet mal über die perfekte deutsche organisation ! die haben mit den armeniern erst geübt ( verzeiht bitte diese ausdrucksform) und dann bei den juden als profi gewirkt. warum erzählz ihr das nicht mal der deutschen allgemeinheit? habt ihr angst euren „freunden“ die wahrheit ins gesicht zu sagen? traut euch mal einen bericht über Friedrich Bronsart von Schellendorf zu schreiben….nur mut !

  12. @ wolfgang buhmüller: Ich meine genau genommen, leugnen die meisten Türken den Völkermord eigentlich gar nicht, sondern (und das ist bei weitem abstoßender und unmenschlicher) sich versuchen ihn krampfhaft irgendwie zu rechtfertigen und meinen nur weil sie es ihrer Ansicht nach rechtfertigen, dass es dann kein Völkermord mehr war… Das ist doch total paradox!!

    Ihre Aussage passt auch in das Schema was der türkischer Journalist Mehmet Ali Birand gesagt hat, nämlich in die der „schwachen Gegendarstellung“. Nach ihrer logik kann also ein Völkermord nicht statt finden nur weil man eine lange Zeit zusammen gelebt hat?!

    Sagen ihnen die „Hamidian Massaker“ etwas?
    Bei diesen Massakern 1894–1896 wurden 300.000 armenische Zivilsten durch Sultan Abdul Hamid II. brutal ermordet.
    Sagen ihnen die „Adana Massaker“ etwas?
    Bei diesen Massakern 1909 wurden 30.000 Armenier ermodet

    Im Übrigen: Die Armenier galten aus osmanischer Sicht traditionell zwar als „loyale Nation“ (millet-i sadika), d.h. sie konnten ihren Glauben ohne wesentliche Einschränkungen ausüben und hatten innerhalb des osmanischen Staates durchaus Möglichkeiten, Ehre, Wohlstand und Status zu erwerben. JEDOCH waren sie, wie orthodoxe Griechen, Juden und andere religiöse Minderheiten, nicht mit den Muslimen gleichgestellt. Sie mussten eine zusätzliche hohe, „cizye“ genannte Steuer zahlen. Sie waren rechtlich unterprivilegiert und diskriminierender Behandlung ausgesetzt!

    Hmm… also nach friedlichem zusammenleben wie es die Türken immer behaupten sieht das ganz und gar nicht aus!! Oder moment, ich hab’s… bei den Massakern weit vor 1915 haben die Armenier bestimmt an „Seiten der Russen“ gekämpft (auch wenn da der 1. Weltkrieg noch gar nicht angefangen hatte), stimmts?!?!

    Wie gesagt… sehr sehr schwache Gegendarstellungen! Der einzige der hier langsam anfangen sollte zu lesen ist die „Leugner-Seite“ mit ihren schwammigen Argumenten.

  13. @ wolfgang buhmüller: Recherchieren sie mal etwas… Geben Sie auf der Haypress-Suche „Deuschland“ ein und lassen sie sich mal überraschen !!
    Dann werden sie folgenden, bereits vor 1 monat geposteten, Artikel finden:

    „“Das Deutsche Reich und seine Verstrickung in den Völkermord an den Armeniern”
    https://haypressnews.wordpress.com/2012/04/01/das-deutsche-reich-und-seine-verstrickung-in-den-volkermord-an-den-armeniern/
    (Schellendorf und Liman Sanders werden in dem Artikel ebenfalls erwähnt)

    Dieser Artikel wurde im übrigen sogar hier in den Kommentaren oben (von User „Tommy“) bereits erwähnt. Das beweist nur, wie wenig sie wirklich am thema interessiert sind und wenig sie ernsthaft lesen. Danke für diese bestätigung! Den meisten Türken geht es nur darum ihre schwachen Argumente runter zu rattern, an Weiterbildung und ernsthaftes LESEN sind sie wohl nicht interessiert, sorry wenn ich das sagen muss, aber das wird hier immer wieder nur bestätigt!

    Mal ganz abgesehen davon, dass das was sie da erzählen (sprich die Mitverantwortung von Deutschland bei dem Völkermord) überhaupt nichts neues ist. Im Gegenteil, es ist überall bekannt, selbst in der deutschen Dokumentation Aghet wird dies explizit erwähnt ;)

  14. Ich frage mich, wie all diese Personen die türkischen Archive „bereinigt“ haben sollen, zumal A. sie kein Osmanisch verstehen können und B. sie die arabische Schrift nicht beherrschen. In türkischen Archiven sind seit Jahrzehnten schon und bis heute sowohl Armenier anzutreffen als auch Türken, die Tag und Nacht versuchen, den Völkermord handfest zu belegen. Auf diese Fakten warten wir heute noch.

  15. @ Bimen Cuhaciyan: Und das weißt du so genau weil du Tag und Nacht in den Archiven sitzt und beobachtest wer da so rein und rausgeht?! Oh man… Ich vertraue lieber den Worten von Intellektuellen türkischen Historikern und Wissenschaftlern statt einem anonymen „Bimen Cuhaciyan“ der eine unbelegte Aussage ins Internet schreibt.

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